Die Feuerwehr soll Freund und Helfer in der Not sein – aber nicht jeder unbeteiligte Bürger sieht ein, dass er deswegen auch mal einen Umweg in Kauf nehmen muss. Der rauere Ton schlägt mittlerweile auch den ehrenamtlichen Feuerwehren auf dem Land entgegen. Wo die Menschen früher froh um die Einsatzkräfte waren, sind Kraftausdrücke heute an der Tagesordnung.

Respekt bedeutet nicht, Heldentum zu fördern. Respekt bedeutet, den anderen Menschen und sein Wirken zu achten. Wir dürfen nie vergessen, dass für uns immer ein Restrisiko bleibt, selbst zu verunfallen oder gar getötet zu werden. Wir dürfen im Einsatz keine Angst zeigen, müssen aber die Gefahren respektieren.



Rettungskräfte durch Übergriffe verletzt und massiv behindert

Leider muss die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft dennoch von Übergriffen auf Feuerwehr und Rettungsdienste berichten.
 Der dramatischste Fall ereignete sich in Thiede, einem Stadtteil von Salzgitter, in Niedersachsen. Partygäste eines Gasthauses feierten den Jahreswechsel ausgerechnet in der Zufahrt des Feuerwehrhauses bis die Feuerwehr ausrücken musste. Die Einsatzkräfte wurden massiv am Ausrücken gehindert und mit Böllern beworfen. Der Versuch, die Partygäste davon abzuhalten, endet in einer wilden Prügelei mit Schlägen und Tritten
gegen die Retter, auch als diese bereits am Boden lagen. Es fielen Äußerungen wie „der lebt ja noch“! Traurige Bilanz hier: zwei Feuerwehrleute mussten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, mit Knochenbrüchen und ausgeschlagenen Zähnen. Die Polizei ermittelt.

In Duisburg, beispielsweise, wurden Böller in einen Rettungswagen geworfen, ein Kollege dadurch verletzt. Er musste in einer Klinik behandelt werden, das Fahrzeug wurde beschädigt. 
Im saarländischen Völklingen wurde die Feuerwehr durch eine Gruppe Jugendlicher am Ausrücken gehindert – die Polizei musste eingreifen und Platzverweise erteilen.
Vermutlich vorsätzlich wurden zum Jahreswechsel 2016/2017 Raketen auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr Augsburg abgefeuert. Ein Kollege des Brandsicherheitsdienstes der Party am Kongress am Park wurde durch eine Silvesterrakete am Hinterkopf und Auge verletzt. Auch im Rhein Main Gebiet – im Hochtaunuskreis – wurde ein RTW auf der Fahrt zur Einsatzstelle mit Böllern und Raketen beschossen.

 

Kampagne soll Aufmerksamkeit wecken

Pünktlich zum Jahreswechsel startete die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft mit Ihrer aktuellen Kampagne „Respekt? Ja – Bitte!“.
Mit Unterstützung der Politik soll auf die zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizei aufmerksam gemacht werden.

Ingo Schäfer, Vorsitzender der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, zeigt sich schockiert: „Gewalt gegen Rettungskräfte ist absolut unhaltbar. Wir leisten unseren Dienst zum Wohle der Gesellschaft und konkret für Menschen die unsere Hilfe benötigen. Wer die Rettungskräfte am Ausrücken hindert schadet aktiv Hilfesuchenden. Gegen diese Täter muss konsequent vorgegangen werden. Wenn, wie in Thiede, sogar ehrenamtliche Retter angegriffen und krankenhausreif geprügelt werden, ist es nicht verwunderlich dass unsere Freiwilligen Feuerwehren keinen Nachwuchs finden“.

 

Inspiriert (Quelle) druch die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft.

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